USA-Haiti: First in – Last out
So zynisch es tönt, ist Erdbeben in Haiti ein Glücksfall für Barack Obama und die Vereinigten Staaten.
Das Erdbeben hat Haiti in die Zeit vor dem Kolonialismus zurückgeworfen. Als Afrika, Amerika und die Welt entdeckt wurden, galt die Regel, dass wer zuerst ein Land entdeckt, es kolonialisieren, ausbeuten und annektieren kann.
Das Erbeben hat über Nacht in Haiti alle institutionellen Strukturen und die Infrastruktur zerstört.
Da es keine Strukturen irgendeiner Art mehr gibt, kann derjenige, der nach dem Erdbeben als Erster in das Land kommt, das Land in Besitz nehmen.
Seit 20 Jahren tuen sich die USA in der Aussenpolitik schwer. Georg Bushs Kriege haben der Reputation der USA geschadet.
Ob Irakis, Pakistanis oder Afghanen, niemand liebt die Amerikaner. Die Amerikaner stehen als Aggressoren da, die anstatt des Lichtes, die Finsternis über die Welt bringen.
In Haiti ist die Situation anders. Die Menschen warten darauf das die Amerikaner ihnen helfen, nirgends sind die US-Soldaten willkommener als in Haiti.
Barack Obama löst mit der Hilfe für die Erdbebenopfer zwei Probleme auf einen Schlag. Erstens markiert er Präsenz im Hinterhof, der den USA zu entgleiten drohte und zweitens poliert er das ramponierte Image der Amerikaner auf.
In Haiti ist für die US-Militärs das Leben noch in Ordnung. Die Soldaten sind grosszügige Helfer, auf die Verlass ist und alles zum Besseren wenden.
Ausser der US-Armee gibt es weltweit keine Organisation, die so schnell und massiv in Haiti intervenieren und helfen kann.
Die US-Militärs verfügen über die Erfahrung, Logistik und das schwere Gerät um die Folgen des Erdbebens innert kurzer Zeit zu bewältigen.
Während die Europäer mühsam Ressourcen zusammenstiefeln, ist die massive Intervention der Amerikaner schon angelaufen.
Eine bessere Werbung für Amerika könnte sich Barack Obama nicht wünschen. Für einmal sind die Amerikaner die Boten des Guten. 65 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gehören die Amerikaner endlich wieder einmal zu den Good Guys.

