Langhornbiene: Tier des Jahres 2010

Was die Welt im Innersten zusammenhält, ist so klein und scheinbar das es gerne übersehen wird.
Der Boden und die Natur bestehen aus vielen Mikroorganismen und Kleinlebewesen. Im Gefüge der Natur wirken Viren, Pilze, Bakterien und Kleinlebewesen ineinander über und ergänzen sich auf optimale Art und Weise.
Von dem täglichen Geschehen und den Dramen, die sich im und unmittelbar über dem Boden abspielen, bekommt der Mensch im Normalfall nichts mit.
Fällt ein Mikroorganismus aus, oder stirbt ein Bakterium aus, fällt das natürliche Gefüge auseinander.
Eine weniger bekannte Tatsache ist, dass die Kühe für ihre Verdauung die Bakterien brauchen, die auf dem Gras leben. Streben diese Bakterien aus, dann kommt die Verdauung der Kühe zu erliegen und die Versorgung mit Fleisch- und Milchprodukten bricht zusammen.
Um auf die Bedeutung der Kleinlebewesen hinzuweisen, hat Pro Natura die Langhornbiene zum Tier des Jahres gewählt.

Steckbrief der Langhornbiene
Die Langhornbienen (z.B. Eucera nigrescens) fallen auf unter den Wildbienen, auch wenn sie nur 13-16 Millimeter lang sind: Ihre Fühler («Hörner») sind so lang wie ihr Körper und sie haben einen pelzigen Rücken. Sie fliegen etwa von Mitte März bis Anfang August. Für die Nahrungssuche sind
Langhornbienen auf die Pflanzenfamilie der Schmetterlingsblütler angewiesen. Das sind Pflanzen wie der Wundklee, die Wiesenplatterbse oder die Zaunwicke. Daher findet man das Tier des Jahres2010 vor allem auf artenreichen Trockenwiesen, in Hochstamm-Obstgärten oder in Lehmgruben.
Die Langhornbienen kommen in der ganzen Schweiz (ausser im östlichen Graubünden) vor, meist unterhalb von 700 m.ü.M. In der Schweiz leben rund 580 Wildbienenarten. Weltweit sind sogar 16′000 Arten nachgewiesen.
Knapp die Hälfte aller Wildbienenarten in der Schweiz sind auf der Roten Liste der gefährdeten oder bedrohten Arten. Langhornbiene (Eucera) ist ein Gattungsname und somit Sammelbegriff für mehrere Eucera-Arten. Je nach Literatur ist die Rede von 4 bis 9 Eucera-Arten in der Schweiz.
Im Gegensatz zu ihren Verwandten, der bekannten Honigbienen, leben praktisch alle Wildbienen einzelgängerisch. Honigbienen sind in Staaten organisiert. Quelle: Medienmitteilung Pro Natura

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